Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie sicher ist individuell entwickelte Software?
Kurzantwort
Das ehrliche Bild
Standardsoftware: viele Augen, schnelle Sicherheitsaktualisierungen – aber eine bekannte Lücke betrifft sofort tausende Installationen und wird automatisiert ausgenutzt.
Individuelle Software: kein Massenziel, keine öffentlich bekannten Lücken – aber auch niemand, der von aussen prüft.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Art der Software, sondern darin, ob sie gepflegt wird.
Was zur Sicherheit gehört
- Aktuelle Abhängigkeiten. Die häufigste Ursache erfolgreicher Angriffe sind bekannte Lücken in veralteten Bibliotheken.
- Rechte und Rollen. Nicht jeder Zugang braucht jede Berechtigung.
- Eingaben prüfen. Schutz gegen die klassischen Angriffe auf Webanwendungen.
- Verschlüsselung bei Übertragung und für sensible Daten.
- Protokollierung. Ohne Protokoll merkt niemand einen Zugriff.
- Backups mit geprüfter Rücksicherung.
Was Sie verlangen können
- Regelmässige Aktualisierung der Abhängigkeiten als Teil des Betriebs
- Eine automatische Prüfung auf bekannte Lücken in der Auslieferungskette
- Bei sensiblen Anwendungen: eine externe Sicherheitsprüfung
Der grösste Risikofaktor
Nicht der Code – der fehlende Betrieb. Eine gut gebaute Anwendung, die zwei Jahre nicht aktualisiert wurde, ist angreifbar. Deshalb ist ein Wartungsvertrag kein Zusatzgeschäft, sondern Voraussetzung.
Kernfakten
- Entscheidend
- Ob gepflegt wird, nicht Standard oder individuell
- Häufigste Ursache von Angriffen
- Veraltete Abhängigkeiten