Fachwissen für digitale Entscheidungen
Was ist ein privater LLM-Server?
Kurzantwort
Wann es sich lohnt
- Es werden regelmässig Daten verarbeitet, die das Haus nicht verlassen dürfen – Patientendaten, Personalakten, Konstruktionsunterlagen.
- Die Menge ist gross genug, dass die Kosten pro Anfrage bei einem Anbieter ins Gewicht fallen.
- Es besteht eine Auflage, die eine Auftragsverarbeitung ausserhalb der EU ausschliesst.
Wann nicht
- Bei geringem Volumen. Ein Server mit passender Grafikhardware ist eine dauerhafte Investition; ein Anbieter rechnet nach Nutzung ab.
- Wenn die Aufgabe hohe Qualität verlangt. Offene Modelle haben aufgeholt, liegen bei anspruchsvollem Schlussfolgern aber weiter zurück.
- Wenn niemand da ist, der den Betrieb übernimmt. Ein LLM-Server ist kein Gerät, das man aufstellt und vergisst.
Was zum Betrieb gehört
Überwachung, Modell- und Sicherheitsaktualisierungen, Zugriffsschutz, Protokollierung und ein Plan für den Ausfall der Hardware. Wer das nicht mitplant, hat nach einem Jahr ein System, dem niemand mehr traut.
Ein Zwischenweg
Häufig sinnvoll: sensible Daten lokal verarbeiten, alles andere über einen Anbieter. Ein Modell im Haus sortiert und schwärzt vor, das leistungsfähigere externe Modell übernimmt die anspruchsvolle Aufgabe – ohne die schutzbedürftigen Teile je zu sehen.
Kernfakten
- Hauptargument dafür
- Daten verlassen die eigene Umgebung nicht
- Hauptargument dagegen
- Betriebsaufwand und geringere Modellqualität